Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Gesellschaftlicher Zusammenhalt nimmt wieder einen festen Platz auf der politischen Agenda ein – aus gutem Grund. Ein intaktes Gemeinwesen ist das Fundament der Gesellschaft, das sie zusammenhält, robust, lebenswert und zukunftsfähig macht.

Menschenmenge; © 5xinc/Thinkstock

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Was genau sorgt für Zusammenhalt im eigenen Land und innerhalb Europas? Ist er durch Globalisierung, Digitalisierung und Migration bedroht? Oder führen eher sozioökonomische Ungleichheiten zu Spannungen, Friktionen oder gar Radikalisierung? Und wie können sich liberale Demokratien gegen solche Entwicklungen stellen und Vertrauen zurückgewinnen?

All diese Fragen zeigen, wie entscheidend es ist, die Voraussetzungen, Veränderungen und Auswirkungen des gesellschaftlichen Zusammenhalts wissenschaftlich zu erforschen. So kann etwa die evidenzbasierte Sozialwissenschaft soziale Bausteine erkennen, die Voraussetzung für das Miteinander und den Zusammenhalt der Gesellschaft sind. Sie gibt zudem Antworten, ob, wie und warum sich der gesellschaftliche Zusammenhalt tatsächlich verändert. Mit sozialwissenschaftlichen Instrumenten können präzise Theorien empirisch überprüft und weiterentwickelt werden. Unser Wissen und unsere Erkenntnisse über unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben wird so erweitert, präzisiert und verbessert.

Um die Erforschung des gesellschaftlichen Zusammenhalts voranzutreiben, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seit 2018 den Aufbau eines dezentralen und multidisziplinären „Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ)“. Forschende aus elf Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen untersuchen aktuelle Entwicklungen, die für den Zusammenhalt der Gesellschaft relevant sind, und nehmen dabei auch deren historische Wurzeln in den Blick. Mehr dazu auf der Homepage „Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt“.

Die BMBF-Förderrichtlinie „Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen“ wurde im Mai 2016 veröffentlicht. Die Fördermaßnahme fokussierte auf Krisenphänomene, die das gesellschaftliche Zusammenleben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden. Dazu zählte in erster Linie die sogenannte „Migrationskrise“. Daneben wurden Themen wie „Populismus“ und „Solidarität“ behandelt.

Die Wirkungen dieser Krisen und Umbrüche und gesellschaftlicher Herausforderungen wurden im Förderzeitraum von Herbst 2017 bis Frühjahr 2021 von 23 Projekten untersucht. Größtenteils handelte es sich um Verbundvorhaben mit mehr als zwei Verbundpartnern, sodass 50 Einzelvorhaben gefördert wurden. Das Fördervolumen umfasste ca. 19 Mio. €. Mit ihrer praxisorientierten Ausrichtung übernahm die Fördermaßnahme eine Pionierrolle für nachfolgende Maßnahmen im Themenschwerpunkt „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“. In Zusammenarbeit mit Professor Berthold Vogel, SOFI Göttingen, wurde kurz vor Ende der Projekte eine Fragebogenaktion konzipiert, die hier abrufbar ist und zentrale Rahmenbedingungen von problem- und praxisorientier Forschung für Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftler, die Forschungsförderung und Fachöffentlichkeit zusammenfasst.


Sukzessive werden einschlägige Förderrichtlinien aufgelegt. Im Fokus stehen, wie Sie auf den folgenden Seiten erfahren, diese Fördermaßnahmen und Themenfelder: