Migration und Integration

Mit der Frage, welche nachhaltigen Auswirkungen Migration auf unsere Gesellschaft hat, beschäftigen sich seit November 2017 verschiedene vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Forschungsprojekte.

Diese Forschungen knüpfen auch an die historische Entwicklung von und an die Wandlungsgeschichte von Gesellschaften durch Migration an, wie sie z. B. am interdisziplinären und interfakultativen Forschungszentrum der Universität Osnabrück, dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) seit Beginn der 1990er Jahre intensiv erforscht werden.

Die im Rahmen der Fördermaßnahme „Migration und gesellschaftlicher Wandel“ rund 50 geförderten Projekte befassen sich mit den Fragen zu Integration und nehmen dabei besonders den kulturellen und den institutionellen Wandel der Gesamtgesellschaft in den Blick. Beispielsweise wird der Einfluss von Migration auf die Leitbilder von Erziehung oder auf die Erinnerungskultur in Deutschland untersucht.
Es stellt sich die Frage, ob und ggf. wie Migrationsprozesse auch die Strukturen von Einrichtungen und Institutionen in Deutschland beeinflussen. Das Spektrum der zu untersuchenden Institutionen reicht dabei von der Polizei über Schulen und das Gesundheitswesen bis hin zu kulturellen Einrichtungen. Herausgearbeitet werden beispielsweise die Veränderungen von Organisationsstrukturen oder Best Practice-Beispiele für eine interkulturelle Öffnung.

Integration

Migration führt dazu, dass in unserer Gesellschaft mehr Menschen mit unterschiedlichen Sprachen, Religionen und Wertevorstellungen zusammenleben. Dieser Wandel wird in der deutschen Gesellschaft auf der einen Seite als Weiterentwicklungspotenzial für die Gesellschaft eingestuft, auf der anderen Seite kann Migration zu Verunsicherungen führen. In dieser Diskussion ist die Frage zentral, was ist eigentlich das, was eine Gesellschaft im Kern zusammenhält? In der öffentlichen Debatte zur Integration stehen in aller Regel die Aspekte Kompetenz (z. B. Sprache), Normen-Akzeptanz und Einbindung in Institutionen im Mittelpunkt. Integration erfolgt jedoch viel direkter und unmittelbarer durch zwischenmenschliches Verhalten, die auf Werten und Gefühlen, auf Unterstützung oder Verunsicherung beruhen. Dies gilt besonders auch für Betroffene von Flucht und Vertreibung, die traumatisierende Erfahrungen machen mussten.

Die gesellschaftlichen Leitbilder für Elternschaft und Erziehung haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Gleichzeitig ist eine wachsende Heterogenität von Familien zu verzeichnen, zu der auch frühere und neue Migrationsbewegungen beigetragen haben.
Die Integration der zahlreichen, in den vergangenen Jahren nach Deutschland geflohenen Kinder und Jugendlichen hat das deutsche Bildungssystem in Bewegung gebracht. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Rolle der Schulkulturen und ihren institutionellen Voraussetzungen. Diese prägen die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Fluchterfahrung, werden aber umgekehrt auch durch die Aufnahme der Kinder beeinflusst.

Flucht- und Flüchtlingsforschung: Vernetzung und Transfer

Das Verbundprojekt "Flucht- und Flüchtlingsforschung: Vernetzung und Transfer" (FFVT) zielt auf die Stärkung einer interdisziplinären Flucht- und Flüchtlingsforschung in Deutschland. Dazu führt das Vorhaben die Forschung zu Migration, Entwicklung, Konflikten und Gewalt, Klimawandel, Gesundheit, Governance und Menschenrechten sowie weiteren Feldern zusammen. Auf diese Weise unterstützt FFVT die Vernetzung der zum Themenkomplex Flucht arbeitenden Einrichtungen und Wissenschaftler*innen. Um zukünftig eine akademische Ausbildung in der Flucht- und Flüchtlingsforschung zu ermöglichen, plant es den Aufbau von Studien- und Graduiertenprogrammen. FFVT will zudem die Internationalisierung der wissenschaftlichen Aktivitäten in Deutschland weiter vorantreiben und bietet deshalb unter anderem ein globales Fellowship-Programm an. Der Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis, Medien und Politik ist ein weiteres Schlüsselelement seiner Arbeit. FFVT soll einen Beitrag leisten, eine nachhaltige Infrastruktur der Flucht- und Flüchtlingsforschung in Deutschland zu etablieren, um exzellente wissenschaftliche Arbeit zu ermöglichen.



Publikationen aus den Projekten

Projekt MIGRATE: Forschungsergebnisse im Sammelband (2022) (PDF)

Projekt SchuWaMi:

Projekt Institutioneller Wandel durch Migration im deutschen Gesundheitswesen (ToP): Interkulturelle Öffnung im Gesundheitswesen fördert einen solidarischen Umgang (2020)

Projekt INTERPART:

Projekt TraMiS: