Freiräume für Wissenschaft

Wissenschaft braucht Freiräume, um sich zu entfalten. Freiräume bedeuten in der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung insbesondere Zeit und ein kreatives Umfeld, auch für unkonventionelle Forschungsfragen.

Mensch steht auf Bergspitze und reißt die Arme nach oben; © Adobe Stock / Visions-AD

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Neben der institutionellen Förderung, auf die mehr als ein Drittel aller staatlichen Fördermittel entfällt, eröffnet das Rahmenprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Forschenden vielseitige Perspektiven und zugleich auch neue Experimentier- und Freiräume, in denen sie selbstbestimmt ihre Themen setzen und wissenschaftliche Entwicklungen vorantreiben können.
Ein erfolgreich erprobtes Förderinstrument für die geisteswissenschaftliche Spitzenforschung in Deutschland sind die Käte Hamburger Kollegs, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler frei zu selbst gewählten Themen forschen. Künftige Kollegs sollen sich neuen, innovativen Fragestellungen widmen – auch über Disziplinen hinweg.

Freie und innovative Forschung erfordert Vielfalt und Vernetzung starker Disziplinen und Forschungsfelder. Derzeit prägen 153 Kleine Fächer die deutsche Hochschullandschaft, rund 80 Prozent zählen zu den Geistes-, Kultur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Mit ihrem einzigartigen Spezialwissen tragen sie zur Profil- und Strukturbildung deutscher Universitäten sowie zur Internationalisierung bei – auch sie werden weiterhin gefördert.
Zudem eröffnen digitale wissenschaftliche Methoden neue Chancen. Daher wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung die theoretische, methodische und technische Weiterentwicklung der Digital Humanities gezielt unterstützen.

Großes Potenzial bieten die Experimentierräume für Zukunftsfragen: Sie geben vor allem jüngeren Fachwissenschaftlerinnen  und -wissenschaftlern Raum für unkonventionelle, risikoreiche Forschung.

Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen

Die von Bund und Ländern geförderten außeruniversitären Forschungs- und Wissenschaftsorganisationen decken das gesamte Spektrum ab: von der Grundlagenforschung bis zur anwendungsorientierten Forschung. Die größten Forschungsorganisationen sind die Helmholtz-Gemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft und die Max-Planck-Gesellschaft. Darüber hinaus gibt es die Akademien der Wissenschaften, die unter anderem langfristige Vorhaben der Grundlagenforschung koordinieren, sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die insbesondere Forschungsprojekte an Hochschulen finanziert.

(Quelle: Bundesbericht Forschung und Innovation 2018)