Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Gesellschaftlicher Zusammenhalt gilt als Grundvoraussetzung für das Funktionieren demokratischer Gesellschaften. Eine umfassende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Strukturen und Wahrnehmungen gesellschaftlicher Zugehörigkeit kann Lösungswege aufzeigen.

Viele Menschen auf der Straße; © gettyimages/Classen Rafael / EyeEm

gettyimages/Classen Rafael / EyeEm

Was ist zu tun, wenn Bevölkerungsgruppen sich nicht als Teil der Gesellschaft verstehen, sich an den Rand gedrängt fühlen oder das bestehende politische System nicht mehr unterstützen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung  (BMBF) in den kommenden Jahren den Aufbau eines „Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt“. In einem dezentral angelegten Verbund analysieren Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen aktuelle Entwicklungen und ihre historischen Wurzeln, die für den Zusammenhalt der Gesellschaft relevant sind. Ziel ist, die Forschung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt voranzutreiben und praxisrelevante Vorschläge zu erarbeiten.

Förderrichtlinie

Im November 2017 hat das BMBF eine Förderrichtlinie zum Aufbau des Instituts (Bundesanzeiger vom 08.11.2017) veröffentlicht, Ende März 2018 wurden elf Institutionen in einem wissenschaftsgeleiteten Wettbewerb ausgewählt.

Zum Verbund zählen neben der Technischen Universität Berlin sowie den Universitäten Bielefeld, Bremen, Frankfurt, Halle-Wittenberg, Hannover, Konstanz und Leipzig auch das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen, das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung Hamburg und das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena.

Neues Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Im neuen Institut für gesellschaftlichen Zusammenhalt bündeln sich unterschiedliche Perspektiven und Expertisen, etwa zu folgenden Forschungsfeldern: Polarisierung und Populismus, Identitäten und regionale Erfahrungswelten, Medien und Konfliktkultur sowie Antisemitismus und Hasskriminalität.

Aktueller Stand

Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) nimmt seine Arbeit auf. Zum 1. Juni 2020 wird die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Einrichtung offiziell gegründet. Für die vierjährige Hauptphase stehen insgesamt 40 Millionen Euro zur Verfügung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt eine Verlängerung um weitere fünf Jahre in Aussicht. Danach ist eine Verstetigung des Instituts angedacht. Schließlich ist gesellschaftlicher Zusammenhalt eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass wir in friedlichen, freien und prosperierenden Verhältnissen leben.

Wesentliche Aufgaben und Ziele des „Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt“

  • Identifizierung und interdisziplinäre Analyse der aktuellen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt relevanten gesellschaftlichen Trends und Entwicklungen sowie ihrer historischen Wurzeln.
  • Zusammenführung und Weiterentwicklung bereits vorhandenen Wissens, insbesondere zu problematischen Aspekten gesellschaftlichen Zusammenhalts.
  • Untersuchung und Operationalisierung des Begriffs „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ mit dem Ziel der Entwicklung eines übergreifenden Konzepts sowie aussagekräftiger Indikatoren.
  • Austausch und Aufbau von Kooperationsbeziehungen mit der Zivilgesellschaft und der politisch-administrativen Praxis.
  • Maßnahmen der Politik- und Gesellschaftsberatung.