Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Gesellschaftlicher Zusammenhalt gilt als Grundvoraussetzung für das Funktionieren demokratischer Gesellschaften. Eine umfassende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Strukturen und Wahrnehmungen gesellschaftlicher Zugehörigkeit kann Lösungswege aufzeigen.

Viele Menschen auf der Straße; © gettyimages/Classen Rafael / EyeEm

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Was macht gesellschaftlichen Zusammenhalt aus, und welche Friktionen gefährden ihn? Was ist zu tun, wenn Bevölkerungsgruppen sich nicht als Teil der Gesellschaft verstehen, sich an den Rand gedrängt fühlen oder das bestehende politische System nicht mehr unterstützen? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Aufbau des „FGZ - Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt“.

Im FGZ bündeln sich unterschiedliche Perspektiven und Expertisen, etwa zu folgenden Forschungsfeldern: Polarisierung und Populismus, Identitäten und regionale Erfahrungswelten, Medien und Konfliktkultur sowie Antisemitismus und Hasskriminalität. Das Ziel ist es, die Forschung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt voranzutreiben und praxisrelevante Vorschläge zu erarbeiten.

An den insgesamt elf Standorten des dezentral angelegten Instituts analysieren Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen aktuelle Entwicklungen und ihre historischen Wurzeln, die für den Zusammenhalt der Gesellschaft relevant sind. Das FGZ wird von den Universitäten Bremen, Frankfurt und Leipzig koordiniert. Weiterhin sind die Technische Universität Berlin, die Universitäten Bielefeld, Halle-Wittenberg, Hannover, Konstanz und Leipzig sowie das Soziologische Forschungsinstitut Göttingen, das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung Hamburg und das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft Jena beteiligt.

Die Förderrichtlinie zum Aufbau des Instituts (Bundesanzeiger vom 08.11.2017) hat das BMBF im November 2017 veröffentlicht. Nach einer anderthalbjährigen Konzeptphase haben die ausgewählten Einrichtungen das FGZ am 1. Juni 2020 offiziell gegründet. Für eine erste vierjährige Hauptphase stehen insgesamt 40 Millionen Euro zur Verfügung. Das BMBF stellt eine Verlängerung um weitere fünf Jahre in Aussicht, perspektivisch wird eine Verstetigung des Instituts angestrebt. Denn die Frage nach dem Zusammenhalt der Gesellschaft stellt sich immer wieder neu. Und die Wissenschaft kann mit ihren Antworten dazu beitragen, dass wir in friedlichen, freien und zukunftsoffenen Verhältnissen leben.

 

Wesentliche Aufgaben und Ziele des „Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt“

  • Identifizierung und interdisziplinäre Analyse der aktuellen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt relevanten gesellschaftlichen Trends und Entwicklungen sowie ihrer historischen Wurzeln.
  • Zusammenführung und Weiterentwicklung bereits vorhandenen Wissens, insbesondere zu problematischen Aspekten gesellschaftlichen Zusammenhalts.
  • Untersuchung und Operationalisierung des Begriffs „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ mit dem Ziel der Entwicklung eines übergreifenden Konzepts sowie aussagekräftiger Indikatoren.
  • Austausch und Aufbau von Kooperationsbeziehungen mit der Zivilgesellschaft und der politisch-administrativen Praxis.
  • Maßnahmen der Politik- und Gesellschaftsberatung.