Maria Sibylla Merian Centres

Ob in Indien, Mexiko, Brasilien oder Ghana – die „Maria Sibylla Merian Centres for Advanced Studies“ ermöglichen geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung in langjährigen, transnationalen Arbeitszusammenhängen.

Weltkarte mit den 4 Standorten der Merian Centres; © BMBF / Friedrich Pleul

Merian Centres in Indien, Mexiko, Braslien, Ghana

BMBF / Friedrich Pleul

Mit den nach der Naturforscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian (1647-1714) benannten Zentren fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Internationalisierung der Geistes- und Sozialwissenschaften. Mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Jahren legen sie den Grundstein für eine enge Zusammenarbeit in und mit den jeweiligen Regionen und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. In den Forschungskollegs, die in wissenschaftlich und wissenschaftspolitisch wichtigen Regionen und Partnerländern in Asien, Lateinamerika und Afrika aufgebaut werden, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, dem Gastland und auch teilweise weiteren Ländern der Region ein selbstgewähltes Thema, etwa nachhaltiges Regieren oder soziale Ungleichheit.

Verbundprojekt CALAS - Center for Advanced Latin American Studies

Eines der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekte ist CALAS (Center for Advanced Latin American Studies) mit Hauptsitz im mexikanischen Guadalajara. Kernfrage ist hier, wie Gesellschaften in Lateinamerika Krisen lösen, seien es politische Unruhen, die Schere zwischen Arm und Reich, die Abholzung der Amazonaswälder oder die Androhung einer Mauer zwischen den USA und Mexiko. Das von deutschen und lateinamerikanischen Universitäten unter der Koordination der Universität Bielefeld aufgebaute Kolleg startete 2019 nach erfolgreicher Zwischenevaluation in seine Hauptphase, gefördert vom BMBF mit zwölf Millionen Euro. Schon in der Vorphase wurden unter Bielefelder Leitung eine spanischsprachige Essayreihe und ein Verlagsnetzwerk lateinamerikanischer Partner in Kooperation mit Bielefeld University Press etabliert. Beides wird in der Hauptphase fortgesetzt und weiterentwickelt. 

Zentrales Forschungselement von CALAS bildet ein internationales Fellowprogramm. „Nach der zweijährigen Vorphase bringen wir nun im Center for Advanced Studies im Wechsel bis zu 25 internationale Fellows in Formaten zusammen, die auf Dialog und Austausch angelegt sind. Die Forschenden kommen aus unterschiedlichen Regionen, verschiedenen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften und befinden sich auf unterschiedlichen Karrierestufen. Das macht den Reiz der interdisziplinären Zusammenarbeit in Teams aus“, sagt der Historiker Professor Dr. Olaf Kaltmeier, Direktor des Lateinamerika-Instituts CALAS. Die Forscherteams gehen dort gesellschaftliche Krisen aus vier Perspektiven an: „Sozial-ökologische Transformation“, „Soziale Ungleichheiten“, „Gewalt und Konfliktlösung“ sowie „Identität und Region“.

Weitere Forschungskollegs befinden sich in Indien, Brasilien und Ghana, die Ausschreibung für ein Forschungskolleg in Nordafrika, Jordanien oder im Libanon läuft seit 2019 (Bundesanzeiger vom 08.01.2019). Die Forschungskollegs eröffnen neue, interkulturelle Perspektiven und helfen dabei, gesellschaftliche Entwicklungen besser zu verstehen und Lösungsansätze für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln.

Überblick

Die laufenden vier Merian Centres

M.S. Merian-R. Tagore Centre, Delhi, Indien
M.S. Merian-R. Tagore International Centre for Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences: Metamorphoses of the Political

www.micasmp.hypotheses.org


Merian Centre, Guadalajara, Mexiko
Merian Sibylla Merian Centre for Advanced Latin American Studies in the Humanities and Social Sciences (CALAS): Coping with Crises: Transdisciplinary Perspectives from Latin America

http://www.calas.lat


Merian Centre, São Paulo, Brasilien
Maria Sibylla Merian Centre Conviviality-Inequality in Latin America  (Mecila)

http://mecila.net/


Merian Centre, Accra, Ghana
Maria Sibylla Merian Institute for Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences Africa (MIASA): Sustainable Governance. Environment, Democracy and Conflict Management

https://www.ug.edu.gh/mias-africa/node/1