Einblicke in Spitzenforschung der Käte Hamburger Kollegs

Zeit, Freiraum und ein kreatives Umfeld – so entsteht geisteswissenschaftliche Spitzenforschung. In den Käte Hamburger Kollegs, die das BMBF seit 2008 fördert, erhalten exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Chance, zu selbst gewählten Themen zu forschen. Woran sie arbeiten und welchen Fragestellungen sich künftige Kollegs widmen, erfahren Sie hier in diesem Special.

„Wie sind Theaterkulturen verflochten?“ fragt das Kolleg in Berlin, „Was prägt das Zusammenspiel von Umwelt und Gesellschaft?“ will man in München wissen, und „Wie spiegelt sich Kulturwandel wider?“ wird in Köln erforscht. Mit diesem Special geben Direktoren, Forschende und Fellows der Käte Hamburger Kollegs spannende Einblicke in ihre laufende Forschung. Dabei kommen Menschen aus den bestehenden als auch aus den vier neuen Kollegs, die 2021 ihre Arbeit aufnehmen, zu Wort.

Geisteswissenschaftliche Spitzenforschung

In den deutschlandweit zehn Kollegs forschen nationale und internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Kernthemen unserer Gesellschaft: Religion, Medienphilosophie, Theaterkulturen, Arbeit, Rechtskulturen, politische Kulturen der Weltgesellschaft, Umwelt und Osteuropa. Und das bis zu zwölf Jahre lang, weitgehend freigestellt von universitären Verpflichtungen, zusammen mit Fellows aus aller Welt, die in die Kollegs eingeladen werden.

Dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung bereits seit 2008 für die Kollegs beachtliche Fördersummen bereitstellt, hat gute Gründe: Die Käte Hamburger Kollegs sind weltweit einzigartige und beachtete Leuchttürme der Geisteswissenschaften in der deutschen Forschungslandschaft. Sie sind Vorreiter für neue Ideen, Methoden und Theorien. Sie entwickeln neue Formen und Strukturen der Zusammenarbeit mit Geisteswissenschaftler:innen aus der ganzen Welt. Ob in Berlin, München oder Köln, die Kollegs haben sich nicht nur an ihren Universitäten etabliert, sondern – regional, national und weltweit – riesige Netzwerke und Kooperationen aufgebaut. Damit machen sie geisteswissenschaftliche Forschung in Deutschland und in aller Welt bekannt.

Transdisziplinäre Fragestellungen

Mit der erneuten Ausschreibung von insgesamt bis zu zehn Käte Hamburger Kollegs (2019) setzt das BMBF das erfolgreiche Format fort. Erstmals werden nun neben „klassischen Kollegs“ auch solche gefördert, die über die geisteswissenschaftliche Forschung hinausgehen. In diesen Kollegs sollen geisteswissenschaftliche Fragestellungen in Zusammenarbeit mit Lebens-, Natur-, Technik- oder Ingenieurwissenschaften erforscht werden. Die Laufzeit für jedes Kolleg beträgt vier Jahre mit der Option auf zweimalige Verlängerung, das heißt bei positiver Evaluation maximal zwölf Jahre.

Ganz im Sinne des aktuellen BMBF-Rahmenprogramms (2019 bis 2025) für die Geistes- und Sozialwissenschaften „„Gesellschaft verstehen – Zukunft gestalten“ befassen sich die Kollegs mit gesellschaftsrelevanten Fragestellungen, die sowohl aus unterschiedlichen Disziplinen als auch aus internationalen Perspektiven beleuchtet werden. Weil ihre Forschung für unser Gesellschaft wichtig ist, suchen auch die Käte Hamburger Kollegs immer wieder den Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern: nicht nur in klassischen öffentlichen Vorträgen, sondern auch in Ausstellungen, Podcasts und besonderen Angeboten für junge Menschen.

Hier können Sie einen Blick in die Käte Hamburger Kollegs werfen und erfahren, was die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewegt und umtreibt.

 


In aller Kürze: Förderlinien „Käte Hamburger Kollegs“

  • Förderlinie I – Geisteswissenschaftliche Forschung: Interdisziplinäre Forschung in den Geisteswissenschaften zu innovativen Fragestellungen.
  • Förderlinie II – Transdisziplinäre Forschung: geisteswissenschaftliche Fragestellungen in der Zusammenarbeit mit Lebens-, Natur-, Technik- oder Ingenieurwissenschaften.

Die Idee der Käte Hamburger Kollegs: FREIRAUM

Die KHKs sollen Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern ermöglichen,

  • eine international sichtbare und wirksame Schwerpunktbildung der deutschen Geisteswissenschaften in ihrer Hochschullandschaft voranzutreiben und die Verbindungen zu ausländischen Forschungsschwerpunkten zu stärken,
  • durch weitgehende Freistellung von universitären Verpflichtungen wissenschaftlichen Freiraum für exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu gewinnen, um neuen Forschungsfragen nachgehen zu können,
  • in der Gemeinschaft von Fellows aus der ganzen Welt und Deutschland ihre Fachthemen sowie geisteswissenschaftliche Methoden weiterzuentwickeln.

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