Friedens- und Konfliktforschung

Sie befasst sich mit essenziellen Fragen des inner- und zwischenstaatlichen Zusammenlebens und leistet so einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis und zur Bearbeitung großer gesellschaftlicher Herausforderungen: die Friedens- und Konfliktforschung.

Mann steht vor einer Landkarte und zeigt darauf; © Jan-Christoph Hartung/TU Darmstadt

Jan-Christoph Hartung/TU Darmstadt

Kriege, Terror, Cyberattacken – die bestehende Weltordnung gerät zunehmend unter Druck. Umso wichtiger ist es, sowohl die Ursachen, Dynamiken und Folgen von Konflikten und Gewalt zu erforschen wie auch die Voraussetzungen für deren Beilegung und die Stabilisierung friedlicher Verhältnisse. All dies zählt nebst Politikberatung zu den Aufgaben der interdisziplinär ausgerichteten Friedens- und Konfliktforschung.

Förderrichtlinie „Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen“

Derzeit laufen 16 Verbundvorhaben und acht Einzelprojekte auf Grundlage der Förderrichtlinie „Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen“ (siehe Bundesanzeiger vom 30.05.2016). Die sozial- und geisteswissenschaftlichen Projekte nehmen aus interdisziplinärer Perspektive die Wirkungen von Krisen und Umbrüchen auf das gesellschaftliche Zusammenleben innerhalb Deutschlands und Europas in den Blick. Entsprechend breit ist das Themenspektrum: Es reicht von Populismus über Demokratieentwicklung bis hin zu Solidarität. Auch die mediale Krisendarstellung und das Bedrohungsszenario durch Islamismus stehen im Fokus der Forschung.  Es werden auch Vorhaben gefördert, die sich mit der Krise der Stadtöffentlichkeit, der Rolle von Organisationen zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts oder Solidarität in Europa befassen. Alle Projekte streben solide Grundlagenforschung in Kombination mit einer Implementierung der wissenschaftlichen Resultate in die Praxis an.

Forschungsverbund MAPEX

Ein Beispiel hierfür ist der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Forschungsverbund MAPEX „Mapping und Analyse von Präventions- und Distanzierungsprojekten im Umgang mit islamistischer Radikalisierung“, der mit 1,5 Mio. Euro gefördert wird. Bundesweit werden rund 1.000 De-Radikalisierungs-Initiativen erfasst und kategorisiert, um die Wirksamkeit der Präventions- und De-Radikalisierungsarbeit zu erhöhen. Eine Landkarte soll zeigen, an welchen Ursachen und Radikalisierungsdynamiken Projekte ansetzen. Auch nach Abschluss der dreijährigen Förderphase kann die Landkarte weitergeführt und fortlaufend um neue Vorhaben ergänzt werden.